Kapital oder Rente aus der Pensionskasse – warum es keine allgemeine Antwort gibt
Bei der Pensionierung fällt eine der grössten finanziellen Entscheidungen überhaupt: Wird das Pensionskassenguthaben zur lebenslangen Rente, zum ausbezahlten Kapital – oder zu einer Mischung? Die Entscheidung ist in der Regel endgültig. Ein Blick auf die Mechanik beider Wege, und darauf, warum die Antwort vom eigenen Verlauf abhängt.
Über Jahrzehnte wächst in der Pensionskasse ein Guthaben heran – für die meisten Haushalte ist es neben dem Eigenheim der grösste Vermögensposten. Bei der Pensionierung stellt die Kasse eine Frage, die vorher nie beantwortet werden musste: Rente, Kapital oder eine Mischung aus beidem? Die Wahl ist an Anmeldefristen der Kasse gebunden und danach in aller Regel unwiderruflich.
Was die Rente ist
Die Rente ist ein lebenslanges Einkommen. Ihre Höhe ergibt sich aus dem Guthaben multipliziert mit dem Umwandlungssatz – im BVG-Obligatorium gesetzlich mindestens 6.8 Prozent, im überobligatorischen Teil legt ihn die Kasse fest, meist tiefer. Die Rente fliesst, solange Sie leben, üblicherweise mit einer Hinterlassenenrente für den Ehepartner oder die Ehepartnerin. Steuerlich zählt sie voll zum Einkommen – Jahr für Jahr, bis zuletzt.
Was das Kapital ist
Der Kapitalbezug zahlt das Guthaben einmalig aus. Darauf fällt die Kapitalbezugssteuer an – separat vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Satz, dessen Höhe stark vom Wohnkanton abhängt. Danach ist das Geld Privatvermögen: Es unterliegt der Vermögenssteuer, will angelegt und eingeteilt werden – und was beim Tod übrig ist, geht an die Erben. Bei der Rente ist das anders: Dort endet der Anspruch mit dem Tod, abgesehen von den Hinterlassenenleistungen.
Warum der Momentvergleich zu kurz greift
Die verbreitete Überschlagsrechnung – Rente mal erwartete Jahre gegen Kapital – lässt fast alles weg, was die Entscheidung tatsächlich prägt: die jährliche Einkommenssteuer auf der Rente gegenüber der einmaligen Kapitalbezugssteuer, die Vermögenssteuer auf dem bezogenen Kapital, die Anlagerendite und ihre Schwankungen, die Teuerung, die Absicherung des Partners, die Erbfolge. Jede dieser Grössen wirkt über zwanzig, dreissig Jahre – und sie wirken aufeinander.
Dazu kommt: Es ist keine Entweder-oder-Frage. Die meisten Kassen erlauben einen Teilkapitalbezug, und das Verhältnis lässt sich wählen. Damit wird aus zwei Optionen ein ganzes Spektrum.
Eine Verlaufsfrage, keine Momentaufnahme
Ob Rente oder Kapital im konkreten Fall besser trägt, hängt vom Wohnkanton ab, von den übrigen Einkommen und Vermögen, vom Gesundheitsbild, von der Absicherung der Familie – und davon, was mit dem Geld über die Jahre geschehen soll. Eine allgemeine Antwort gibt es nicht; es gibt nur die durchgerechneten Konsequenzen für den eigenen Haushalt.
Genau dafür ist Wealth4Life gebaut: Beide Wege – und jede Mischung dazwischen – lassen sich als Szenarien nebeneinanderlegen, mit Steuern, Vermögensverlauf und Todesfallfolgen über die Jahrzehnte. Nicht als Empfehlung, sondern als Verlauf, den Sie selbst beurteilen können.