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Was Frühpensionierung wirklich kostet

Zwei oder drei Jahre früher aufhören – der Wunsch ist verbreitet, der Preis dafür versteckt sich gleich in drei Systemen: AHV, Pensionskasse und im eigenen Vermögen. Die Kosten zeigen sich dabei nicht im Jahr der Pensionierung, sondern Jahrzehnte später.

Frühpensionierung klingt nach einer einzigen Entscheidung. Finanziell sind es drei – denn AHV, Pensionskasse und das private Vermögen reagieren je auf ihre eigene Weise, und jede Reaktion wirkt lebenslang.

AHV: Kürzung und weiterlaufende Beitragspflicht

Die AHV-Rente lässt sich bis zu zwei Jahre vor dem Referenzalter vorbeziehen – gegen eine Kürzung, die für den Rest des Lebens bestehen bleibt. Weniger bekannt ist die zweite Seite: Die AHV-Beitragspflicht endet nicht mit dem letzten Arbeitstag, sondern erst beim Referenzalter. Wer früher aufhört, zahlt bis dahin Beiträge als nichterwerbstätige Person – bemessen nach Vermögen und Renteneinkommen. Und wer den Vorbezug gar nicht nutzt, aber Beitragsjahre verpasst, riskiert Lücken, die die Rente ebenfalls dauerhaft schmälern.

Pensionskasse: Der doppelte Abschlag

In der zweiten Säule wirkt die Frühpensionierung doppelt. Erstens fehlen die letzten Beitragsjahre – ausgerechnet jene mit den höchsten Altersgutschriften – samt Zins und Zinseszins auf dem gesamten Guthaben. Zweitens senken die meisten Kassen den Umwandlungssatz für jedes Jahr des vorgezogenen Bezugs: Ein kleineres Guthaben wird mit einem tieferen Satz in eine Rente übersetzt, die dafür länger reichen muss. Manche Reglemente bieten eine Überbrückungsrente bis zur AHV – finanziert allerdings in der Regel durch eine zusätzliche, lebenslange Kürzung.

Die Lückenjahre

Zwischen dem letzten Lohn und den ersten ungekürzten Renten liegen die teuersten Jahre des Plans: Der Haushalt lebt vollständig vom Vermögen, während Krankenkasse, Wohnkosten und Steuern weiterlaufen. Es sind zugleich die Jahre, in denen andere ihre höchsten Sparbeiträge leisten. Jeder Franken, der hier entnommen wird, fehlt danach doppelt – als Bestand und als künftiger Ertrag.

Sichtbar wird es mit 80, nicht mit 60

Das Tückische an der Frühpensionierung: Im ersten Jahr fühlt sie sich meist gut finanzierbar an. Die Kürzungen der Renten und der vorgezogene Vermögensverzehr entfalten ihre Wirkung aber über Jahrzehnte – die entscheidende Frage ist nicht, ob es mit 60 reicht, sondern ob es mit 85 noch reicht.

In Wealth4Life lässt sich der frühere Ausstieg als Szenario neben den ordentlichen legen: mit gekürzten Renten, Nichterwerbstätigen-Beiträgen, Vermögensverzehr und Steuern in jedem einzelnen Jahr. Dann zeigt sich, was die gewonnenen Jahre kosten – und ob der eigene Plan sie trägt.

Die geäusserten Ansichten sind die des Autors.

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